In gleich drei Ausgaben (18, 19 und 20/2016) nahm sich das auflagenstarke Nachrichtenmagazin FOCUS dem Thema E-Bikes an. Räder aus dem Hause HARTJE schnitten dabei überdurchschnittlich gut ab. Hier die einzelnen Kritiken:

Kategorie E-MTB

Die Bestnoten sind dem CONWAY EMF 427, dem Cube Stereo Hybrid 160 HPA Action Team sowie dem Scott E-Genius 710 Plus vorbehalten (1,3). Auf den Plätzen folgen das Bulls E-Stream Evo 3 27,5 (1,4), das Giant Dirt-E+0 (1,6), das Flyer Uproc3 (1,7), Specialized Turbo Levo FSR Comp (1,7), KTM Macina Action 29 11 CX5 11S (1,8), das Centurion Lhasa E 640.29 (2,1) sowie das Focus Thron Pro (2,6).

CONWAY EMF 427

CONWAY EMF 427: „Beim CONWAY ist eigentlich nur die Farbe giftig wie eine Schlange! Ansonsten ist das Gefährt ein äußerst ausgewogenes E-MTB, das mit seinem harmonischen Fahrwerk und der angenehmen Sitzposition Tourenfahrern gefallen wird. Der Bosch-Antrieb liefert bei Anstiegen und im Gelände kräftigen Durchzug, und die hervorragenden Shimano-XT-Bremsen mit 203-mm-Scheibe vorn bringen das Bike jederzeit sicher zum Stehen. Gabel und Hinterbau erweisen sich als äußerst „schluckfreudig“ und stoßen mit den etwas schmaleren Reifen und dem langen Vorbau erst in groben Gelände an ihre Grenzen. Wenn der Fahrspaß gebremst wird, dann nur durch die fehlende Vario-Sattelstütze. Wer die noch ergänzt, hat das perfekte Rad für die nächste Alpenüberquerung gefunden. Fazit: Das EMF 427 überrascht uns positiv durch sein sehr ansprechendes Gesamtbild, das vor allem im mittleren Gelände und bei Touren voll überzeugt.“ Zum Bike

 

Kategorie City-Bike:

Die Bestnote und damit den Testsieg ergatterte das VICTORIA eManufaktur 9.8 (Note 1,3). Es folgen das Zemo ZE 8 Disc (1,4), das Kalkhoff Tasman Classic 8 (1,5), Pegasus Premio E8F (1,7), Hercules Edison Di2, Sinus ENA 8 und Stevens E-Courier Disc Di2 (jeweils 1,9), Cube Elly Cruise (2,1), Fischer Proline ETH 1606 (3,6) und Prophete Navigator 6.7 (4,0).

VICTORIA eManufaktur 9.8

FC_E-Bike_Siegel_Victoria_eManufaktur

VICTORIA eManufaktur 9.8: „Die Traditionsmarke aus dem niedersächsischen Hoya schickt mit dem eManufaktur 9.8 Wave ein Rad aus einem Guss ins Rennen, wozu neben der Akku-Verkleidung auch innen verlegte Züge beitragen. Technischer Pluspunkt: die NuVinci-H I Sync-Nabe. Trittfrequenz einstellen, den Rest macht dann die Automatik. Herrlich: ohne Schaltstufen immer die richtige Übersetzung. Auch das Handling überzeugt: Das Rad fährt und lenkt ausgewogen. Eines mag sie jedoch nicht, die VICTORIA: sehr langsames Fahren. Dann wird sie instabil! Der Performance-Motor von Bosch macht zwar alles mit und schiebt am Berg kräftig – ist aber durch die Verkleidung doch recht laut. Gebremst wird sicher und gut dosierbar mit Scheibenbremsen. Mit 70 Lux und Sensor überzeugt auch die Lichtanlage. Fazit: Stylish, stark und wirklich robust: Das eManufaktur 9.8 ist ein sehr ausgeglichener Tiefeinsteiger, die automatische Schaltung ausgereift.“ Zum Bike

 

Weitere HARTJE E-Bikes im Test: Kategorie Kompakt: i:SY BOSCH:

„Das i:SY aus dem Hause HARTJE zeigt eine für Kompakt-Bikes typische Rahmenform. Das waagerechte Verstärkungsrohr über dem Motor lässt sich als Tragegriff nutzen, wenn man das Rad in den Hausflur bugsiert. Dort nimmt es dank Klapplenker und -pedalen nur wenig Platz in Anspruch. Der Active-Line-Antrieb von Bosch arbeitet am 20-Zöller sehr spritzig und sorgt für flotte Beschleunigung; auch die Nabenschaltung funktioniert gut und reibungslos. Sie ist mit einer Rücktrittbremse kombiniert, wie sie gerade ältere Radler schätzen; die Hydraulikbremsen könnten hingegen etwas entschlossener zupacken. Gut gewählt ist die Position des Akkus hinterm Sitzrohr; Gewindebohrungen am Steuerrohr zeigen an, dass sich ein Trägersystem befestigen lässt. Fazit: Das praktische i:SY fährt sich flott und quirlig, dank der breiten Reifen ist es auch ohne Federung komfortabel, dazu voll und umfänglich ausgestattet.“ Gesamtnote 1,7.“

 

Weitere HARTJE E-Bikes im Test: Kategorie S-Pedelec: VICTORIA eSpezial 10.7:

„Furiose Beschleunigung und hohe Endgeschwindigkeit machen das eSpezial 10.7 zum echten Sportler. Der Bosch-Motor bietet über einen hohen Tretfrequenzbereich viel Schub und regelt sanft, aber mit leichtem Pulsieren ab. Die Kettenschaltung ist lastschaltbar und rastet knackig und exakt ein. Eine extrem bissige 4-Kolben-Bremsefängt das S-Pedelec wieder ein, doch ihre Dosierbarkeit ist etwas für Profis. Die aufrechte Sitzposition, die fein ansprechende, beim Verzögern abtauchende Federgabel und der weit nach vorn orientierte, elastische Lenkervorbau: All dies verträgt sicht nicht mit Motorkraft und Bremsperformance, sodass hohes Tempo auf dem VICTORIA kein Vergnügen ist – im Gegenteil, für unerfahrene Radler kann der Schuss sogar nach hinten losgehen. Fazit: Motor und Bremsanlage des eSpezial gehören zum Stärksten, doch das als bequemes Tourenrad konzipierte Bike ist nicht für solche Technik ausgelegt.“

 

Hintergrund FOCUS Sonderausgaben: „535.000 E-Bikes werden in Deutschland jährlich verkauft und 2,5 Millionen der elektrischen Räder fahren bereits auf deutschen Straßen – aber welches ist für welchen Zweck das richtige? Für drei E-Bike Specials hat das Nachrichtenmagazin Focus Elektrofahrräder anhand von mehr als 30 Testkriterien überprüfen lassen. Die Ergebnisse der Analysen, die in diesem Umfang neu für die Fahrradbranche sind, werden in den kommenden drei Ausgaben von Focus veröffentlicht. Darin geben die Tester potenziellen E-Bike-Fahrern Tipps für den Kauf und informieren über viele weitere Aspekte zum Thema Elektrofahrräder. In dem über mehrere Monate gelaufenen Test wurden mit den Experten des unabhängigen Prüfinstituts „Velotech“ 50 E-Bikes in sechs verschiedenen Produktgruppen detailliert analysiert. Die Untersuchung basiert auf zwei wesentlichen Bausteinen: Im „Labortest“, der auf einem neu entwickelten Prüfstand für E-Bikes durchgeführt wurde, ermittelten die Experten Reichweite, Motorenunterstützung und Reichweiteneffizienz der Räder. Außerdem wurden die Bremsen überprüft – unter reproduzierbaren und vergleichbaren Bedingungen. Im „Praxistest“ analysierten Tester die Leistungsfähigkeit des Antriebs; unter anderem die Unterstützung beim Anfahren am Berg, die Lautstärke des Motors und die Standfestigkeit des Seitenständers. Zusätzlich wurden das Design, der Service und die Garantieleistung bewertet. Die getesteten Räder erhalten das Focus-Siegel „e-bike test FOCUS 2016“ – eingestuft nach dem Prinzip der Schulnoten von sehr gut bis ungenügend. Bei der Analyse und Aufbereitung der Labor- und Praxisdaten hat Focus mit den Experten von „Velomotion“ zusammengearbeitet. Im Gesamtfazit zeigten sich die Tester überrascht davon, „dass die Breite in der Spitze der E-Bike-Hersteller enorm zugenommen hat“. Innerhalb der vergangenen drei Jahre sei die Qualität des Angebots an E-Rädern deutlich besser geworden. Lobend erwähnten die Experten Räder aus dem mittleren Preissegment um 2.500 Euro, günstige Räder dagegen schnitten eher schlecht ab. In E-Mountainbikes sehen die Tester den Trend der kommenden Jahre.“